WerkstattKI im Betrieb4 MinStand
Bei Klarbild kann man die KI ausschalten
Klarbild macht aus einem Foto ein PDF, das auf dem Papier genau so groß ist, wie du es eingestellt hast. Seit September liegt der Quellcode offen, und das Wichtigste daran ist ein Schalter.
Für: Alle, die Fotos oder Passbilder in exakter Größe drucken wollen, und alle, die sehen wollen, wie ich baue · 4 Quellen: 3 belegt, 1 behauptet · Quellen
In einem Satz
Frag bei jedem Werkzeug, ob die KI darin abschaltbar ist und wohin sie deine Bilder schickt.
In vielen Druckdialogen gibt es ein Häkchen, das „An Seite anpassen“ heißt. Setzt du es, kommt ein Passbild von 35 mal 45 Millimetern mit 34 mal 44 aus dem Drucker, lässt du es weg, rätst du. Fotoläden haben Software für so etwas, alle anderen haben ein Lineal und einen schlechten Nachmittag. Klarbild ist aus einem privaten Werkzeug entstanden, mit dem ich Screenshots, Fundstücke und Familienfotos in genau der richtigen Größe aufs Papier bringen wollte.
Was Klarbild macht, ist eigentlich nur Rechnen
Du gibst ein Bild und eine echte Größe vor, und heraus kommt ein PDF, das auf dem Papier genau so groß ist, mit Schnittmarken, auf Wunsch mit Beschnitt und mit so vielen Bildern auf einem Bogen, wie draufpassen. Ein A4-Bogen aus Klarbild misst nachgemessen 210,00 mal 297,00 Millimeter, was banal klingt, bei einem Druckwerkzeug aber halt der ganze Zweck ist. Konzipiert habe ich das, umgesetzt haben es KI-Agenten, und ich betreibe es auf meinem eigenen Server. Seit dem 15. September liegt der Quellcode öffentlich auf GitHub, unter der AGPL-3.0. Das ist eine Lizenz, nach der jeder das Werkzeug nutzen und verändern darf, wer eine veränderte Fassung aber als Dienst für andere betreibt, muss seine Änderungen ebenfalls offenlegen.
Die KI ist ein Modul, und das ist erst mal aus
Klarbild kann auch KI, also Screenshots aufräumen, Bilder umwandeln, kombinieren oder neu erzeugen. Das erwartet man heute von so einem Werkzeug, und damit ließe es sich am leichtesten bewerben. Angelegt ist es trotzdem so, dass der Kern ohne auskommt. Das Druckmodul ist immer an, rechnet ohne jedes Sprachmodell und schickt nicht mal eine Anfrage nach draußen. Alles mit KI ist ein Modul, das erst läuft, wenn jemand es einschaltet und einen eigenen Schlüssel einträgt. Die Bilder gehen dann an genau eine Adresse, voreingestellt ist OpenRouter, ein Vermittler für viele Modelle mit Sitz in New York, und wer das nicht will, trägt einen eigenen Server ein. Ein abgeschaltetes Modul taucht nirgends auf, nicht im Menü und nicht in den Einstellungen.
Warum das wichtig ist, hat ein Test während der Entwicklung gezeigt. Zwei Druckläufe mit derselben Einstellung ergeben zwei PDFs, die sich nur im Erstellungs- und Änderungsdatum unterscheiden, die Bilddaten sind Byte für Byte gleich. Genau das würde ein generatives Modell nicht garantieren. Und weil es so ist, reicht es, im Verlauf nur die Anleitung zu speichern und nicht das fertige PDF (ein paar Kilobyte statt bis zu 80 Megabyte für einen A3-Bogen).
Was schiefging und was noch fehlt
Nach der Veröffentlichung hat ein zweiter, unabhängiger Prüfdurchgang das öffentliche Repo noch mal von vorn angeschaut und Fehler gefunden, die vorher niemandem aufgefallen waren. Die automatischen Tests auf GitHub konnten so, wie sie eingestellt waren, nie durchlaufen, und die Schnellstart-Anleitung scheiterte an einem Passwort-Eintrag, der nirgends dokumentiert war. Das ist inzwischen behoben, aber für etwas, das gerade als fertig veröffentlicht war, war es nicht gerade ein Glanzstück.
Laut meiner Projektnotiz von Mitte September ist trotzdem noch einiges offen. Man kann sich nicht selbst registrieren und niemanden per Mail einladen, es gibt keinen Papierkorb und keine Datenbanksicherung aus dem Werkzeug heraus. Der Mailversand ist eingebaut, auf dem laufenden Server aber noch nicht bewiesen, und der Schlüssel, mit dem gespeicherte Zugangsdaten verschlüsselt werden, lässt sich bisher nicht geordnet austauschen.
Was ich daraus mitnehme, ist eigentlich ganz einfach. Der Teil, auf den man sich verlassen muss, gehört nicht in die KI, und alles, was die KI beiträgt, muss sich abschalten lassen. Die Frage kannst du auch an deinen eigenen Betrieb stellen. Bei welchem Programm weißt du eigentlich, ob da gerade eine KI mitläuft und wohin sie deine Daten schickt?
Stand Oktober 2026 bekommst du von Klarbild den Quellcode in Version 1.0.0 auf GitHub und eine Demo, in der du einen Druckbogen direkt im Browser zusammenstellst, ohne Konto und ohne dass etwas hochgeladen wird. Fehlerberichte gehen über GitHub. Einen Supportvertrag oder ein gehostetes Konto bei mir gibt es nicht.
Wenn du für deinen Betrieb wissen willst, wo gerade KI mitläuft und was davon nach draußen geht, schau dir an, was ich unter KI im Betrieb mache, oder ruf mich an, 0157 73953819.
Wo ich nachgesehen habe
4 Quellen: 3 belegt, 1 behauptet · Was die Belegstufen heißen
Klarbild auf GitHub, README und Lizenz (AGPL-3.0), Version 1.0.0
belegt
Quellcode öffentlich seit 15.09.2026
Klarbild-Demo, Druckbogen im Browser
belegt
ohne Konto, nichts wird hochgeladen
Eigene Messungen während der Entwicklung, 01.09. und 15.09.2026
belegt
A4-Bogen 210,00 × 297,00 mm; zwei Läufe unterscheiden sich nur im Datum
Eigene Projektdokumentation, Stand 15.09.2026
behauptet
eigene Notiz, nicht öffentlich einsehbar: offene Punkte und Befunde der Prüfung nach der Veröffentlichung
Wie dieser Text entstanden ist
Klarbild habe ich konzipiert, umgesetzt haben es KI-Agenten, und ich betreibe es selbst. Diesen Text hat eine KI (Claude) aus der Projektdokumentation und der README geschrieben und in meinem Ton überarbeitet. Das Maß des A4-Bogens und der Vergleich zweier Druckläufe stammen aus Messungen während der Entwicklung.
Über den Autor
Ich bin Till Heidrich aus Tostedt, habe Geschichte und Politik studiert und verfolge Zahlen über KI und Digitales bis zum Original. Die Werkzeuge, über die ich in der Werkstatt schreibe, betreibe ich selbst.
Wenn du einen Betrieb führst: Hier steht, was ich übernehme.
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