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// Magazin · 25. April 2026 · Webdesign

Warum wir Heidrich-Digital-Webseiten auf Astro bauen — und nicht auf WordPress

Warum unsere Webseiten auf Astro statt auf WordPress laufen — und ein paar Tipps für Webdesigner, die den Wechsel überlegen.

WordPress ist nicht tot. Es betreibt noch immer einen großen Teil des öffentlichen Webs (laut Web Almanac 2024 ist die Plattform weiterhin der mit Abstand verbreitetste CMS-Stack). Auch unsere Schwester-Site tillheidrich.de läuft auf WordPress, weil es dort die richtige Wahl ist: Foto-Galerien, regelmäßige Reportage-Veröffentlichungen, eine etablierte Theme-Landschaft.

Für Heidrich-Digital-Kundenprojekte wählen wir trotzdem Astro. Hier der nüchterne Vergleich.

Was bei einer Handwerker-Site wirklich zählt

Eine typische Handwerker-Website hat 5–15 Seiten, ändert sich selten und wird von einer Person betreut. Wichtig:

  • Lädt schnell auf dem Smartphone, auch im LTE
  • Funktioniert in fünf Jahren noch ohne große Sanierung
  • Ist BFSG-konform (verpflichtend seit 28.06.2025, Gesetzestext)
  • Erzeugt keine monatlichen Wartungs-Rechnungen

Genau hier setzt Astro Stärken aus. Die Site wird einmal gebaut und als statisches HTML/CSS ausgeliefert. Es gibt keinen PHP-Prozess, keine Datenbank, keine Plugins, die sich gegenseitig in die Quere kommen. Die Angriffsfläche ist minimal.

Tipps für Webdesigner, die Astro evaluieren

Wenn du als Webdesigner über den Wechsel nachdenkst, ein paar Punkte aus unserer Praxis:

1. Fang mit einem realen Projekt an. Astro hat eine Lernkurve. Tutorials in der offiziellen Doku sind sehr gut, aber das Verständnis kommt erst, wenn du eine echte Kunden-Site baust. Nimm ein kleines Projekt (z. B. eine Landing-Page) und arbeite dich rein.

2. Content Collections sind das Killer-Feature. Alles, was redaktionell ist (Services, Magazin-Artikel, Mitarbeiter), liegt als typisierte Markdown- oder MDX-Datei vor. Du bekommst Schema-Validierung im Editor und beim Build. Das ist viel wert.

3. „Islands”-Architektur statt SPA. Astro liefert standardmäßig Null JavaScript aus. Interaktive Komponenten (z. B. ein Dropdown, ein Konfigurator) hydrierst du gezielt. Für 90 % einer Marketing-Site brauchst du keinen einzigen Client-Hook.

4. CMS für Kunden, die wirklich selbst editieren wollen. Wenn die Kundin tatsächlich Inhalte pflegen will, kombinieren wir Astro mit Keystatic (git-basiert, Inhalte als PRs) oder Sanity (gehostet, sehr ausgereift). WordPress als Headless-Backend für Astro ist möglich, aber selten der richtige Weg — die Vorteile von Astro werden dann durch die WordPress-Komplexität wieder eingefangen.

5. Hosting in Deutschland ist machbar. Static Sites laufen überall — bei All-Inkl, Hetzner, Cloudflare Pages. Wir setzen für Kunden mit DSGVO-Bedenken meist auf All-Inkl (DE-Server) oder Hetzner mit Coolify als Deploy-Layer. Vercel und Netlify sind US-Anbieter, da sind wir bei Kunden mit Compliance-Anforderungen vorsichtig.

Wann WordPress die richtige Wahl bleibt

  • Multi-Author-Magazin mit mehr als drei aktiven Redaktionen
  • Bestehende Site mit hunderten Beiträgen, deren Migration wirtschaftlich nicht trägt
  • Kunde will mit einem WYSIWYG-Editor genau so weiterarbeiten, wie er es kennt

In diesen Fällen empfehlen wir den Bestands-Anbieter ehrlich, statt einen Wechsel zu erzwingen. Eine Migration nur um der Migration willen — auch das war kürzlich Thema, als der Konflikt zwischen WP Engine und Automattic viele Site-Inhaber verunsichert hat — ist selten der richtige Weg.

Fazit

Astro ist nicht „der nächste heiße Trend“. Astro ist ein nüchterner, gut dokumentierter, auf Performance und Wartbarkeit getrimmter Stack. Für die Zielgruppe von Heidrich Digital — Handwerk und Mittelstand mit Marketing-Sites — passt er besser als WordPress. Für andere Anwendungsfälle ist WordPress weiter im Spiel.

Wer als Webdesigner den Sprung erwägt: Probier es an einem echten Projekt. Du wirst nicht zurück wollen.

Veröffentlicht am 25. April 2026 · von Till Heidrich.

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